Exodus

Exodus

Die Brücke zur Vollendung

von Benjamin Berger

Zum Buch
Tagtäglich erreichen uns die Bilder von Menschen auf der Flucht. Zelte um die Ankommenden aufzunehmen kannte man bis anhin aus Kriegsgebieten, heute stehen sie bei uns. Die UNO-Flüchtlingshilfe schreibt: “Derzeit befinden sich weltweit knapp 60 Millionen Menschan auf der Flucht. Jeden Tag machen sich durchschnittlich 42 500 Menschen auf den Weg auf der Suche nach Frieden, Sicherheit und einem neuen Leben”. Griffige Lösungen fehlen. Was sagt die Bibel zu diesem Thema? Sie nennt es EXODUS.

Bereits die beiden ersten Menschen mussten ihre Heimat, das Paradies, verlassen. Kein Herauskommen, kein Übergang und kein Hineinkommen geschieht ohne das gewaltige Eingreifen Gottes. “Immanuel” bedeutet “Gott ist mit uns”, er geht mit. Mit dem Auszug aus Ägypten begann Gott einen Exodus mit dem Volk der Juden, der bis heute anhält. Das Buch ist eine Zusammenstellung biblischer Exodusgeschichten und eine Hinführung auf den ganz grossen Exodus: den Übergang und das Heimkommen der Braut. So gesehen könnten die gegenwärtigen Flüchtlingsströme eine Art Kulisse sein, für den letzten Exodus. Benjamin Berger nennt es den Schofarruf Gottes.

Leseprobe

Das letzte Kapitel des Buches trägt den Titel “Der Weckruf Gottes”. Benjamin Berger geht darin auf die tiefere Bedeutung des Schofars ein.

Es ertönte in der beschriebenen Situation ein langer Ton vom Schofar. Auf Hebräisch heißt dieser lange Ton „Tekiya“. Der ganze Berg erbebte. Das Schofar war und ist bis heute für Israel ein Reden Gottes. Durch dieses Schofar sprach Gott zu Israel: „Ihr seid mein Volk, und ich habe euch zu diesem Berg geführt. Ich bin der heilige Gott. Ich bin der einzige Gott, es gibt keinen anderen Gott außer mir. Ich bin der mächtige Gott, und ich mache jetzt mit euch einen Bund.“

Es ist wichtig, dass wir in dieses große Geschehen ein wenig hineingehen, weil, wenn wir das Schofar hören, es ein Reden Gottes mit uns ist. Wenn wir das Schofar in unserer Gemeinde blasen, müssen wir verstehen, dass es nicht nur ein uralter Klang aus der Bibel ist, sondern dass Gott uns ruft und wir seine Stimme durch das Schofar hören und erkennen sollen.

Als wir heute Morgen (hier bezieht sich der Autor auf ein Seminar im Herbst 2014, Anmerkung Editor) das Schofar in unserer Versammlung gehört haben, hat Gott auch mit uns geredet und gesagt: „Es ist spät, es ist spät in der Zeit. Seht, was in der Welt geschieht. Ich rufe euch. Ich bin der heilige Gott, ich bin immer noch derselbe Gott.“

Wir wollen weiter in der Schrift nach verschiedenen Stellen und Zeichen schauen, wo das Schofar geblasen wurde.

In der folgenden Schriftstelle geht es um das Jobeljahr. Das war etwas ganz Besonderes in Israel und hat eine tiefe prophetische Bedeutung. Gott will, dass wir das verstehen. Was war das Jobeljahr, was ist damals geschehen und was will uns Gott, prophetisch gesehen, damit sagen?

3. Mose 25, 8 – 11
Und du sollst dir sieben Sabbatjahre zählen, siebenmal sieben Jahre, sodass die Tage von sieben Sabbatjahren dir 49 Jahre ausmachen. Und du sollst im siebten Monat, am Zehnten des Monats, ein Lärmhorn (also Schofar) erschallen lassen; an dem Versöhnungstag sollt ihr ein Horn durch euer ganzes Land erschallen lassen. Und ihr sollt das Jahr des fünfzigsten Jahres heiligen, und sollt im Land Freilassung für all seine Bewohner ausrufen. Ein Jobeljahr soll es euch sein, und ihr werdet jeder wieder zu seinem Eigentum kommen und jeder zu seiner Sippe zurückkehren. Ein Jobeljahr soll dieses, das Jahr des fünfzigsten Jahres, für euch sein. Ihr dürft nicht säen und seinen Nachwuchs nicht ernten und seine unbeschnittenen Weinstöcke nicht abernten;

Wir erinnern uns, dass in Israel jedes siebte Jahr ein Schabbatjahr, ein sogenanntes Schmittajahr war. Das war dann immer ein Jahr, in dem das Land ruhte. In diesem Jahr durfte man nichts anpflanzen, sodass man nur ernten durfte, was vom Vorjahr von selbst nachgewachsen war. Am Neujahrsfest, dem 25. Sept. 2014 begann in Israel wieder ein Schmittajahr. Dazu gibt es ein prophetisches Wort von einem amerikanischen messianischen Bruder. Er sieht ein umgekehrtes Schmittajahr im Blick auf dieses Schabbatjahr. Schabbat ist eigentlich immer ein Segen. Als Gott am siebten Tag ruhte, war dies ein Ausdruck des Heils, der Vollendung und Vollkommenheit. Weil sich aber die Völker von Gott und seiner Erlösung entfernt haben, sieht dieser Bruder das Schmittajahr von 2014/2015 als ein Jahr des Gerichtes, besonders auf der wirtschaftlichen Ebene.

Der Schabbat war immer etwas ganz Grundlegendes in Israel, weil alle biblischen Feste, die Gott Israel gegeben hat, ein Schabbatfundament haben. Jedes Fest war irgendwie ein Schabbat, ein Ruhetag, an dem man nicht arbeiten durfte. Dies wird auch bis heute in Israel eingehalten. Für das Jobeljahr wurden sieben Schabbatjahre gezählt. Die Zahl sieben wird in der Bibel als eine Vollzahl betrachtet, was wir auch ganz am Ende der Bibel sehen, denn das Buch der Offenbarung ist hauptsächlich auf der Zahl sieben aufgebaut. Dann wurde zu den 7 x 7 = 49 Jahren noch 1 Jahr hinzugezählt, sodass das 50. Jahr erreicht wurde, was „ein neuer Tag“ bedeutet.

Wie wir aus der Schriftstelle erfahren haben, war es im Jobeljahr so, dass wenn jemand ein Eigentum oder ein Grundstück besessen hatte, das er verkaufen musste oder auf irgend eine Weise verloren hatte, er es im 50. Jahr wieder zurück bekam. In unserem Wirtschaftssystem von heute ist so etwas völlig undenkbar. Auch die israelischen Sklaven wurden im 50. Jahr – wenn sie wollten – freigelassen.

Das Jobeljahr fing an Yom Kippur an und wurde, wie wir gelesen haben, durch das Schofar im ganzen Land angekündigt. Was ist an Yom Kippur geschehen? Das ist der große Versöhnungstag, der auch heute noch mit großem Ernst in Israel begangen wird. Im alten Israel ist der Hohepriester an Yom Kippur ins Allerheiligste gegangen und hat die Bundeslade zweimal mit Blut besprengt. Das erste Mal für seine eigenen Sünden und die Sünden seiner Söhne, die auch Priester waren, und das zweite Mal für die Sünden des ganzen Volks. Im Neuen Testament ist beim Tod Jesu der Vorhang zerrissen, der das Allerheiligste vom Heiligtum getrennt hatte. Das bedeutet, dass auch prophetisch etwas geschehen ist durch die Versöhnungstat Jesu. In Israel durfte nur der Hohepriester einmal im Jahr das Allerheiligste betreten. Aber nun war der Vorhang zerrissen. Im Hebräerbrief lesen wir, dass wir jetzt Zugang haben zum Allerheiligsten durch das Blut von Jeschua HaMaschiach (Hebräer 10, 19). So hat im alten Israel das Jobeljahr am großen Versöhnungstag angefangen. Das ist auch etwas Prophetisches, weil durch das Opfer unseres Herrn auch wir frei werden aus der Sklaverei der Sünde, unsere Schuld wird weggenommen, wir haben Zugang zu unserem Gott und können in das Allerheiligste hineinkommen.

Das Jobeljahr hat eine gewaltige prophetische Bedeutung. Es hat mit Gott selbst zu tun. Durch den Sündenfall hat Gott gewissermaßen auch sein Eigentum verloren. Wir sind sein Eigentum. Die ganze Erde, alle Länder, alle Meere, alles gehört ihm. Aber der Teufel will die Menschen überzeugen, dass dies nicht wahr ist, sondern dass der Mensch letztlich die Stelle Gottes einnehmen wird. Das ist die Sünde des Humanismus. Auch wenn es manches Gute im Humanismus gibt, ist es doch sein Wesen, Gott seinen Platz wegzunehmen, sodass er nicht mehr auf dem Thron sitzt, sondern schließlich der Mensch Gottes Platz einnimmt. Im Humanismus sagt der Mensch: „Es gibt niemand Absolutes, der über uns ist und immer über uns sein wird, weil er (etwa) Gott sei!“ Das war die babylonische Idee vom Turmbau. Sie war die große Sünde Babylons – auch wenn es uns etwas naiv erscheint. Aber der Gedanke war: Wir bauen einen Turm bis zum Himmel, wir werden den Platz Gottes für uns selbst einnehmen. Das war damals die große Sünde und ist es auch in unserer Zeit, weshalb alles relativ geworden ist. Zum Beispiel sagt man: „Was die Bibel „Sünde“ nennt, sehen wir heute anders. Es ist nicht mehr Sünde, wir sind moderne Menschen und wir sind viel toleranter als die Menschen damals.“ Diese Gedanken sind heute sehr populär und sind auch in sehr viele Kirchen eingedrungen.

Das Jobeljahr ist prophetisch gesehen das Jahr, in dem Gott sein ganzes Eigentum zurück bekommt. Paulus hat das auch gesehen, wenn er von den Söhnen Gottes (Römer 8) gesprochen hat. Er sagt, dass die ganze Schöpfung durch den Sündenfall seufzt. Aber der Tag wird kommen, wenn die Söhne Gottes erscheinen. Das sind Menschen, die wirklich die ganze Erlösung in ihrem Leben darstellen. In ihnen wird die Fülle der Erlösung, die Jesus uns gebracht hat, sichtbar werden. Die gesamte Erlösung wird in ihrem Wesen in Erfüllung kommen. Das ist die Größe der Erlösung und die Offenbarung der Söhne Gottes. Die Offenbarung der Söhne Gottes wird auch eine gewaltige Auswirkung auf die gesamte Schöpfung haben, weil die ganze Schöpfung seufzt. Gott wird auch die ganze Schöpfung erlösen. Wir erleben heute, dass große Bereiche der Natur und die damit zusammenhängende Ökologie zerstört werden.

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